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Von PET-Flaschen, Klettis und Beckenflossen - Unternehmensgründung sehr anschaulich (2)

Sven Pink beeindruckte mit seinem Vortrag über "FOND OF BAGS"

FoB"Sind die alle verdonnert worden?" fragte Sven Pink als sich die Aula mit über 340 Schülerinnen und Schülern gefüllt hat. Der Gründer des start-up-Untenehmens "FOND OF BAGS" war, begleitet von seinem Marketing-Fachmann Daniel Bergold und den Auszubildenden des Unternehmens und auch von einer Reihe bunter "bags", zu einem Vortrag ins Erich-Gutenberg-Berufskolleg gekommen.

"35 Jahre alt, verheiratet, kinderlos." so stellte sich der Unternehmer vor - und erzeugte mit den bunten Kinderschulrucksäcken im Rücken damit das erste große Raunen. "Dazwischengrätschen" - damit sind Fragen aus dem Publikum gemeint, erlaubt er gleich zu Beginn. Und Pink erzählt sehr lebendig von seinem Werdegang: Duales BWL-Studium bis 2006, bereits während des Studiums erste Versuche mit Selbstständigkeit als Finanzberater, dann angestellt bei american express und Kienbaum. Er sei aber nicht wirklich zufrieden gewesen und habe gefühlt, dass er selber etwas gestalten müsse und könne. Von der Kneipe ist die Rede, wo sich Freunde treffen und Überlegungen anstellen, was sie wirklich begeistern könnte. "Jeder kann etwas. Und es ist wichtig, sich zuzugestehen, das auch zu machen, was man kann!" legt er den zuhörenden Auszubildenden zum Bürokaufmann / -frau bzw. den angehenden Kaufleuten für Bürokommunikation ans Herz.
Und im Jahr 2008 sind es eine Schulranzenparty und die Kinder, die diese riesigen, den Rücken belastenden Ranzen in die Schule tragen, die Sven Pink und seine Mitstreiter auf die Idee bringen, doch die Vorteile von guten Wanderrucksäcken mit einem für die Schule ausgestatteten Innenleben und vor allem mit kindgerechter Gestaltung zu verbinden und als neues Produkt auf den deutschen Markt zu bringen. Ein ähnliches Produkt wird im Internet bei einem norwegischen Unternehmen gefunden und 30 bestellte Rucksäcke werden über das Internet in langen 9 Monaten verkauft. Anschaulich wird für die Zuhörer die experimentelle Anfangsphase des Unternehmens. Ein paar Tausend Euro haben die Freunde damals investiert. Sven Pink erzählt von Anrufen bei Kunden, die sie erst verspätet beliefern konnten - und wie wichtig diese Gespräche für die spätere Produktentwicklung waren. Wie sich beispielsweise schnell zeigte, dass zu einem Schulrucksack unbedingt entsprechende Beigaben, wie Turnbeutel und Mäppchen gehören.

FoB

In schwarzem T-Shirt und Jeans agiert Sven Pink vorne am Beamer und stiefelt locker und flexibel durch die Geschichte seines Unternehmens und erzählt von Fehlern und Neuanfängen, von glücklichen Zufällen und Ermutigung. Er nennt Zahlen: 240.000,- Euro Startkapital und 90.000,- Euro Verlust im ersten Jahr, heute mehrere Millionen Euro Kreditlinie von den Banken. In der Anfangsphase des Unternehmens gab es neben der Beratung durch zwei Universitäten einen 400.000,- Euro-Kredit eines privaten Investors. Die Partner-Universitäten berieten beim business-Plan und bei der Ergonomie bzw. Produktentwicklung.  Ein Professor der Marburger Universität beschäftigte sich mit der Frage: Was ist gut für einen Kinderrücken?

Sich selbst bezeichnet Sven Pink als Generalist. Er arbeite gern an der Organisationsentwicklung und überlege, welcher Mensch für welche Aufgabe gut sei, er habe aber auch mit dem Produkt, der Markenentwicklung und dem Design zu tun. Er erzählt von der großen Bedeutung, die es hatte, dass die Gründer zusammengepasst haben: er und Oliver Steinki, der Dr. der Finanzmathematik, Florian Michajlezko, dem es Spaß macht "deals" zu machen, zu verhandeln, zu feilschen und Juliaan Cazin, der mittlerweile in Spanien lebt und dort erfolgreich ein Hostel und eine Kite-Schule betreibt.  

Das Produkt und die Produktlinie kommen in Pinks Vortrag natürlich auch vor. Sie steht ja auch aufgereiht auf der Aula-Bühne in seinem Rücken und ab und zu greift Sven Pink sich einen der "bags". Er erzählt dann von den Anfangsfehlern, zum Beispiel dem falschen Winkel bei den Beckenflossen. Er nimmt die "Klettis" ab, die es ermöglichen den farbigen Rucksack von "Dinosaurier" auf "Prinzessin" umzurüsten. Aus dem Publikum kommen an dieser Stelle Fragen nach der Nachhaltigkeit der verwendeten Materialien. Pink erklärt, dass das Grundmaterial aus recycelten PET-Flaschen besteht und dass die bags in Vietnam genäht werden. Die Suche nach dem passenden Zulieferer, wo die Menschen fair behandelt würden, sei ihm wichtig. Fast alle zwei Wochen fliegen Mitarbeiter aus Deutschland nach Asien. Aus dieser Mischung ergeben sich übrigens die sogenannten WOW-Faktoren: Ergonomie, Individualität, Nachhaltigkeit, Sichtbarkeit. Noch in diesem Jahr fliegen alle 87 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Unternehmens, auch die Auszubildenden Kaufleute für Büromanagement(!!), die am EGB die Unterstufe besuchen, für eine Woche gemeinsam nach Vietnam. Für die fertigen Rucksäcke benötigt es von der Bestellung bis zur Auslieferung bei den Händlern fünf Monate. Sie kommen auf dem Schiffsweg nach Europa.
 Am Ende des Vortrags testet der Unternehmer, der zwischendurch andeutet, dass "FOND OF BAGS" inzwischen den start-up-Schuhen entwachsen ist, noch kurz vier Werbeideen und lässt kurz abstimmen, welche Plakate den Zuhörerinnen und Zuhörern besser gefallen. Am Ende gibt es einen großen Applaus.

FoB


Nach der Veranstaltung fragte übrigens eine Schülerin mich: "Frau Klaßen, was war das denn jetzt für eine Veranstaltung?" "Was kam denn alles vor?" frage ich zurück. "Ja. Unternehmensgründung und Finanzierung, Werbung, Produktpolitik, ein bisschen Kreditlehre." antwortet sie. "Und Personalpolitik und internationale Wirtschaftsbeziehungen, Absatz, Fragen der Nachhaltigkeit, Unternehmensführung und -kultur, am Ende noch ein bisschen Marktforschung." füge ich hinzu. Ganz schön bunt! - da sind wir uns einig!

Gerta Klaßen

Tags: Kaufleute im Büromanagement

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