Prof. Dr. Dr. Udo di Fabio als Gastredner am EGB

Schülerinnen und Schüler in der 7. Und 8. Stunde an einem Freitag für irgendein Thema zu begeistern, gehört sicherlich zu den größten Herausforderungen, mit denen man sich im Schuldienst konfrontiert sieht. Diese Herausforderung scheute Prof di Fabio jedoch nicht, als er zusagte, genau zu dieser Zeit einen Vortrag vor der DWG-Mittel- und -Oberstufe sowie der CFO zu halten, und dies auch noch außgerechnet über ein bei Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlicher Begeisterung betrachtetes Themenfeld wie Geschichte bzw. Recht.   

Gastredner Udo di Fabio am EGB

Der Juraprofessor aus Bonn war von 1999 bis 2011 dem Zweiten Senat des Bundesverfassungsgerichts an und insbesondere für Europarecht, das Völkerrecht sowie das Parlamentsrecht zuständig und wirkte an zahlreichen Grundsatzentscheidungen mit, wie z.B. des Einsatzes von AWACS-Flugzeugen, dem Vertrag von Lissabon oder dem Euro-Rettungsschirm.

Im Jahr 2018 widmete sich Prof di Fabio in seinem Buch „Die Weimarer Verfassung: Aufbruch und Scheitern“ dem Aufstieg und Niedergang der Weimarer Verfassung. In einem frei vorgetragenen, einstündigen verfassungshistorischen Analyse zieht der herausragende Gastredner in einer Parallelen zwischen der Weimarer Republik und der heutigen politischen Situation in Deutschland. Sein Fazit: Bonn war nicht Weimar und auch Berlin ist nicht Weimar, es gilt jedoch damals wie heute, die „Feinde der Demokratie“ zu identifizieren und ihnen entschlossen entgegenzutreten.

Die anschließenden Fragen der Schülerinnen und Schüler führten in einem Parforce-Ritt durch vielfältige aktuelle Themenbereiche, in denen realpolitische und ideale Vorstellungen aufeinanderprallten. So wurde beispielsweise nach der Rolle Deutschlands als Friedensmacht gefragt, die jedoch gleichzeitig einer der größten Waffenexporteure der Welt ist. Ebenso wurde die Frage aufgeworfen, ob Deutschland, das sich für das Völkerrecht stark macht, es den US-amerikanischen Truppen auf der Basis in Ramstein erlauben sollten, von dort völkerrechtswidrige Ermordungen im Nahen und Mittleren Osten durchzuführen. Gerade diese Fragestellungen führten zu einer lebhaften und kontroversen Diskussion. Doch gerade solche Diskussionen, die in aller Deutlichkeit, jedoch mit friedlichen Mitteln geführt werden, sind es, die zeigen, dass wir es heute nicht mit Weimarer Verhältnissen zu tun haben.   

Moritz Höfeld

Tags: Fachoberschule (FOS), Wirtschaftsgymnasium

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