Grußworte von OB Blum zur Namensgebung

Grußworte

aus Anlass der Namengebung des Erich–Gutenberg-Berufskollegs durch den Oberbürgermeister der Stadt Köln - Harry Blum - am 14.Juni 1999.

Sehr geehrte Familie Gutenberg, sehr geehrte Damen und Herren,

Namengebungen sind immer besondere Ereignisse, Namen sind Identitäten, sie machen den Namensträger ansprechbar und meist unverwechselbar, ja sie sollen vielfach seine Einmaligkeit unterstreichen. Eltern nehmen sich der Namengebung ihrer Kinder mit besonderer Sorgfalt an, denn ein einmal gegebener Name soll seinen Träger ein ganzes Leben begleiten; oft drückt die Namengebung die in die Zukunft gerichteten Wünsche der Eltern aus. Seltener sind heute Namen, die in die Vergangenheit weisen ;Vornamen der Eltern oder Großeltern waren allerdings lange Zeit nicht nur in der bürgerlichen Gesellschaft ein Muss.

Namen machen ansprechbar. Und so sind Namen und Namengebungen nicht nur auf Menschen beschränkt. Wir begegnen täglich einer Fülle von Namengebungen, gewollten oder ungewollten, den Spitznamen, den Kosenamen, den Namen, die den Trägern eine hervorgehobene Stellung in der Gesellschaft sichern. "Ich trage einen großen Namen", fast jeder wird diese Bezeichnung einer Fernsehsendung kennen, wird damit doch signalisiert, dass bereits im Namen die Bedeutung seines Trägers erkannt werden kann.

Auch und gerade in der Schule sind Namen ganz wichtig. Und ich weiß von vielen Lehrerinnen und Lehrern, dass sie sehr viel Wert darauf legen, neu eintretende Schülerinnen und Schüler in ganz kurzer Zeit mit Namen ansprechen zu können. Eine gute Botschaft, die sagt, er hat mich bei meinem Namen gerufen.....

Dass auch Schulen einen Namen haben ist nichts Ungewöhnliches. Schulen lassen sich gerade nicht durch die Namen ihrer Besucher definieren, die zudem von Jahrgang zu Jahrgang wechseln. Auch Schulnamen sind Zeichen der Unverwechselbarkeit, Merkmale ihrer Identität mit hohem Wiedererkennungswert und Signale ihrer Ansprechbarkeit. Sie sind mehr als Türschilder, die bei jedem neuen Mieter ausgewechselt werden. Sie signalisieren heute mehr denn je auch Programme, denen sich die Schulen ganz bewusst verpflichtet fühlen.

Was hat nun der Schulträger, was hat die Stadt Köln mit der Namengebung der Schulen zu tun? Bei aller Autonomie und Selbständigkeit, die wir unseren Schulen gewähren und gerne gewähren, sind wir an dieser Stelle ganz aufmerksam und reklamieren hier auch das Recht des Schulträgers, über den Namen einer Schule entscheiden zu dürfen, ja mehr noch, die Namengebung nach Regeln zu vollziehen, die der Rat der Stadt Köln beschlossen hat. Manch einer mag dies für ein sehr bürokratisches Procedere halten, dennoch, unsere Schulen sind ein Teil dieser Stadt, sie prägen das Antlitz einer Stadt, sie sind auch Teil der Zukunft dieser Stadt Köln und allein schon aus diesen Gründen kann es uns nicht gleichgültig sein, wie unsere Schulen sich ansprechen lassen. Diese Regeln haben ihren Sinn und sind deswegen auch kurz dargestellt:

  1. Der Schulnamen muss einen Bezug zur Stadt Köln haben. In der Person Erich Gutenbergs als Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Köln in den Jahren von 1951 bis 1966 in der Nachfolge des Nestors der deutschen Betriebswirtschaftslehre Eugen Schmalenbach ist dies in hervorragender Weise gelungen.
  2. Der Schulname muss auch einen Bezug zum Auftrag der Schule haben, die sich diesen Namen geben will. Ein Berufskolleg im Berufsfeld Wirtschaft und Verwaltung mit vielen kaufmännischen Ausbildungsberufen, mit einer Höheren Handelsschule, die zur Fachhochschulreife und zur Allgemeinen Hochschulreife mit dem Leistungsfach Betriebswirtschaftslehre und Rechnungswesen führt, einer Fachoberschule mit eben den genannten Merkmalen und einer Wirtschaftsfachschule mit den Schwerpunkten Finanzwirtschaft und Steuerlehre hat einen so engen Bezug zu der Profession des Namengebers, wie er enger fast nicht sein kann.
  3. Die wichtigste Voraussetzung ist allerdings, dass die Familie des Namengebers sich mit der Verwendung für einen Schulnamen einverstanden erklärt. Für diese Bereitschaft bedanke ich mich im Namen der Stadt Köln bei der Familie Gutenberg ganz herzlich.
  4. Doch auch der innerschulische Prozess über die zuständigen Mitwirkungsorgane ist eine wichtige Voraussetzung für eine Entscheidung über einen Schulnamen. Schülerinnen und Schüler, Eltern und Erziehungsberechtigte, Lehrerinnen und Lehrer befinden über Namenvorschläge in der Schulkonferenz nach vorangegangenen Beratungen, bevor eine Empfehlung an den Schulausschuss der Stadt Köln folgen kann. Dieser entscheidet dann letztlich über den gewählten Schulnamen.

Dieser lange Diskussions- und Entscheidungsprozess zeigt allerdings auch, wie ernst alle Beteiligten die Namengebung einer Schule nehmen. Dies trifft auch auf diese Schule zu, die in ihrer mehr als 30.jährigen Geschichte zwar niemals namenlos war, die aber jetzt mit dem gewählten Namen Erich-Gutenberg-Berufskolleg einen besonderen Auftrag und eine programmatische Verpflichtung erhält. Dass auch der Schulträger sich damit in Programm und Auftrag des Erich-Gutenberg-Berufskolleg eingebunden weiss, soll an diesem Tag unterstrichen werden.

Ich wünsche dem Erich-Gutenberg-Berufskolleg eine erfolgreiche Zukunft in seiner Arbeit für die ihm anvertrauten Menschen.

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